Über ‘I’-Promis und ‘Ist jetzt ein Fan von Stevie Wonder’ ...
18. January 2010





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Soziale Netzwerke wie Facebook können ganz schön entlarvend sein. So verfolgt man seine 'Freunde', die immer wieder mit kleinen Onlinebotschaften kommunizieren, was sie gerade machen oder gut finden, welchen Gruppen sie beitreten, wovon sie Fans sind. Und dann taucht plötzlich DAS auf: xxxxx ist jetzt ein Fan von Stevie Wonder. Na hurra - darauf hat die Welt gewartet. Immerhin ehrlich wahrscheinlich. Denn wer sonst will so eine Meldung in seinem Facebook Profil haben und publizieren?
Viele Meldungen hat es ja jetzt schon im Internet über die öffentliche Wirkung dieser sozialen Webportale gegeben. So mancher hat seinen Job zum Wackeln gebracht, weil er/sie mit allzu freizügigen Bildern, Lebensgewohnheiten oder Meldungen die Vorgesetzten negativ stimmte - manch' andere haben sich abgemeldet (krank) und fröhlich auf Facebook weitergezwitschert. Aber so ein Online-Ruf ist nicht nur beruflich gesehen ziemlich erbarmungslos (da ist ein Nacktscanner ja der reine Lärcherlschaß). Auch bei den 'Freunden'/Verlinkten bleiben Eindrücke über.

Da gibt es die, die so ehrlich sind, dass man es gar nicht wissen will (Kategorie Stevie Wonder). Andere arbeiten so intensiv an ihrem Online-Ego, dass man es auch wieder nicht aushält - nur Meldungen der geilsten Parties und Events, feinste Räusche, umgeben von luxuriösen Dingen und prominenten 'Freunden'. Oder die Kategorie 'Alles von meinen Kindern und Haustieren' - als ob man sich zu Weihnachten wirklich über Weihnachtskarten mit Bild von der Prinzessin in Rosa freuen würde? Und dann gibt es noch die Kategorie 'Eigenwerber' - die einem ständig irgendetwas 'verkaufen' wollen. Sei es ihr Unternehmen, ihre Webseite oder ihre 'Ach-bin-ich-geil-und-modern-und-kenn-mich-so-super-in-dieser-neuen-social-Community-aus'.

Alles in allem ist Facebook oder Google Wave sicher was feines und wird auf kurz oder lang E-Mail wohl ersetzen. Man tritt sich damit aber auch wieder neue Eigenheiten ein, die man erst verkraften muss. Aussteigen und nicht mitmachen ist auch keine Lösung. Man braucht jedoch schon eine extrem harte Haut in dieser oberoberflächlichen Welt der Eitelkeiten. Wenn man sich schon wundert, wenn sich 'D'-Promis im Dschungel oder vor Dominik Heinzls Mikro räkeln, dann muss man sich noch viel mehr wundern, was das Internet erst an 'I'-Promis alles hervorbringt.
Erstellt von Roman am 18/01/2010 um 17:00



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