Reisen wie Marco Polo – mit Lagerfeueridylle und Sterneküche

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Mercedes-Benz hat ja mit der V-Klasse ein wahres Raumwunder im Programm, welches sehr vielseitig die Brücke zwischen PKW und Nutzfahrzeugen bildet, jeweils aber auf der gewohnt hochwertigen Qualitätsschiene, die man sich von Mercedes-Benz erwarten darf. Dazu gehören interessante Ausstattungsdetails, die die Autos dann ins Luxus-Segment hieven genauso, wie die vielseitige Nutzbarkeit mancher Modelle.

Insbesondere bei der V-Klasse hat man sich zum Thema Nutzfahrzeug bei einem PKW etwas ganz besonderes einfallen lassen, bzw. weiter entwickelt: Den Marco Polo und Marco Polo Activity. Letzterer sieht dem Marco Polo äußerlich sehr ähnlich, hat aber ein etwas anderes Innenraumkonzept. Nämlich ein Bett (also eigentlich Betten bis zu 5 Personen) immer mit dabei zu haben. Vom spontanen Ausflug, der schon mal länger dauern kann, bis hin zur ausgedehnten Mittagspause auf Langstrecken sind so ganz andere Nutzmöglichkeiten für einen PKW vorhanden, als man sie sonst kennt.

Nochmals um einen Schritt weiter geht da der eigentliche Marco Polo. In dieser adaptierten V-Klasse geht es noch komfortabler zu. Neben einer eigenen kleinen Küchenzeile mit 2 integrierten Gaskochstellen und einer eingebauten Kühlbox kann man hier nicht nur sein Schlafzimmer auf Reisen mitnehmen, sondern auch gleich noch die eigene Küche. Wahrlich interessant und gediegen wird es, wenn man sich nicht lumpen lässt und seine Geldtasche schön weit aufmacht. Es sind wie so oft die Zusatzausstattungen, die aus einem Mercedes erst so richtig einen Mercedes machen. Ambientbeleuchtung, Yachtboden, Leder, Markise und eine starke Motorisierung lassen einen dann zwar Campen – aber dennoch mit einem gewissen Komfort auf maximalem Niveau.

Die Sinnfrage


Muss alles im Leben einen Sinn ergeben? Eigentlich nicht. Als zusätzliches Reisemobil im Fuhrpark ist so ein Marco Polo einen interessante Ergänzung. Für Familien (dann kann es natürlich ganz schön eng werden beim Übernachten) wie auch Outdoor-Enthusiasten und Landschaftsentdecker. Einfach mal den Heimatort hinter sich lassen und eine Reise ins Blaue antreten. Ein schönes Platzerl suchen und Abend für Abend die Freiheit genießen. An einem See und neben einem Waldstück sollte der Standort dann schon gewählt werden. Denn Toilette oder Dusche gibt es im Marco Polo natürlich nicht. Wenn man sich aber einmal waschen möchte oder seine Notdurft verrichten muss, aber als Standort einen Autobahnraststätte als suboptimal betrachtet, dann ist so ein Gewässer und ein Wäldchen sicher eine ganz gute Wahl. In den vielen kleinen Ablagefächer lassen sich sicher auch noch Gelsensprays unterbringen.

In einer Top Ausstattung kostet so ein Marco Polo dann aber auch gleich um die 90.000 Euro. Was die Zielgruppe wohl wieder etwas kleiner macht. Bedenkt man, dass man um diese Summe auch schon einige tolle Reisen antreten kann und den Marco Polo in sich so befriedigen kann. Aber wir wollten ja nicht nach dem Sinn oder Unsinn fragen. Gehen wir doch einfach einmal davon aus, dass man das nötige Kleingeld dazu übrig hat, sonst auch schon wunschlos glücklich ist und den Platz für ein zusätzliches Gefährt kein Problem darstellt. Dann ist das schon etwas sehr Feines: Zum Beispiel einfach eine Autofahrt quer und ohne große Planung durch Italien unternehmen. Frankreich genüsslich erfahren oder sich zu neuen Ufern in Osteuropa aufmachen und unser Europa entdecken und erkunden. Gerne so, dass man meist in einem Quartier absteigt und sich der lokalen Küche und Gaststätten bedient. Aber immer mit dem guten sicheren Gefühl, dass man auch nicht auf ein freies Zimmer angewiesen ist und so umso entspannter seine Orte auswählen kann. Auch als Reiselimousine für Urlaube zu viert kann ich mir das sehr bequem vorstellen.

Bleibt jeweils freilich die Frage nach dem Gepäck? In all den Bildern und Videos ist kein großes Reisegepäck zu sehen. Denn ist man auf einer Reise etwas länger unterwegs, dann braucht man ja auch mehr Taschen. Und dann könnte es in dem Reisemobil vielleicht doch noch enger zugehen, als man sich so vorstellt. Was eigentlich eher nur für Kurztrips spricht. So gesehen ist man als Marco Polo halt dann doch nur im näheren Umfeld unterwegs. Aber das kann ja auch ganz spannend sein.

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Leder, ein Holzboden im Yacht-Stil sowie Klavierlackoberflächen machen aus einem Auto ein kleines Luxusdomizil, das man wie ein Schneckenhaus immer mit dabei hat. Vom PKW zum eleganten Nutzfahrzeug.
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Sieht doch recht gemütlich aus. Was man nicht sieht, dem Schlaf- oder Ruhegenuss geht eine kleine Umräumerei voraus. Küche weg, Tisch weg, Klappen umlegen, Decken ausrollen – das soll aber dank intelligenter und leichtgängiger Einbauten ziemlich zügig und problemlos vonstatten gehen.
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Ein Spiegelei am Morgen, Kaffee aus der Espressomachine oder sogar ein Risotto (wie im Video vorgeführt) sind auf dieser kleinen Küchenzeile durchaus möglich. Doch mehr ein Notfallprogramm, aber immerhin.
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Praktisch verstaut ist auch die Outdoorlounge vor dem abgestellten Marco Polo. Markise ausfahren und dann den Tisch mit den Stühlen darunter aufbauen. Gelsensprays nicht vergessen!
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Jede Menge Ablagefächer sollten intelligent bestückt werden. Denn größere Reisetaschen sollte man nach Möglichkeit vermeiden. Einen unhandlichen Koffer ständig bei Innenumbauarbeiten von einem Stellplatz zum anderen umräumen ist sicher alles andere als entspannend. Etwas Planung und Erfahrung fürs Campen ist also sicher kein Nachteil.
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Wer sich als Einstiegsdroge mit dem Marco Polo auf das Experiment Camping mit all den Vorteilen und Nachteilen eingelassen hat und nicht mehr davon lassen kann – nach oben ist immer noch viel Luft. Und auf einen Mercedes muss man bei dieser Variante (auch Luxus ist immer steigerbar) auch nicht verzichten!

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Da stibitz’ ich mir ein Achterl: Coravin

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Coravin amongst wine glasses
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Die teure und seltene Flasche Wein im Keller? Oder Abends aus einer großen Auswahl an Weinen wählen (lassen)? Verkosten und mitverfolgen, wie eine Flasche Wein über die Jahre reift? Bis hin zum Service im Restaurant, wo man aus allen Flaschen Wein im Weinklimaschrank zurückgreifen kann? Das klingt fast ein bisschen wie ein Märchen. Denn wie soll das gehen? Man kann ja nicht alle Flaschen öffnen. Denn durch das Öffnen kommt Sauerstoff in die Flasche und ein Oxidationsprozess setzt ein. Teilweise will man das auch (den Wein atmen lassen) – aber nach einer längeren Zeit und je nach Alter des Weines, gehen die Aromen und vielschichtigen Geschmacksnuancen verloren und der Wein verliert an Raffinesse. Wie schnell dieser Prozess voranschreitet, hängt ganz vom Reifegrad, der Machart und dem Alter des Weines ab.

Um dies zu verhindern, muss man sich einerseits gut mit Weinen auskennen und/oder andererseits eine geöffnete Flasche Wein dann auch zeitnah austrinken. Wo wir wiederum bei einem anderen Problemchen angelangt sind. Denn wer macht schon eine Weinverkostung mit 4-8 Weinen und trinkt dann alle Flaschen aus. Vielleicht geht das noch in einer größeren Gruppe, aber privat oder einfach für sich alleine geht das nicht mehr. Wenn in der Flasche (die ja nun auch weniger Flüssigkeit beinhaltet und mehr Raum für Luft (Sauerstoff) hat, hilft auch kein dichtes Verschließen mehr. Die Oxidation schreitet mit dem nun in der Flasche eingeschlossenem Sauerstoff zügig voran.

Aber jetzt gibt es eine Alternative dazu


Coravin heißt das Wunderding für Weinliebhaber und -enthusiasten. Das System ist relativ simpel. Wie eine Art Korkenzieher setzt man das Gerät auf die geschlossene und versiegelte Flasche und sticht dann mit einer dünnen Nadel durch den Verschluss und Korken (funktioniert natürlich nicht bei Glas- oder Drehverschlüssen). Danach kippt man die Flasche und drückt auf einen Knopf, der ein spezielles Gas aus einer Patrone (Argongas) in die Flasche mit Druck einfließen lässt und dadurch ebenfalls durch die Nadel den Wein austreten lässt. Diesen Vorgang wiederholt man solange, bis man die gewünschte Menge Wein aus der Flasche entnommen hat. Dies dauert natürlich ein wenig, da die Nadel ja sehr dünn ist, um nicht zuviel vom Korken zu zerstören.

Anschließend stellt man die Flasche wieder auf und zieht die Nadel behutsam heraus. Da das entstandene Loch im Korken (die Nadel gibt es unterschiedlichen Ausführungen und Stärken – je nach gewünschter Anwendung/Weinart/Alter des Korken) sehr klein ist, verschließt der elastische Korken sich wieder von selbst und lässt keine Flüssigkeit mehr aus der Flasche. Die Füllung mit dem Argongas in der Flasche sorgt wiederum dafür, dass der verbliebene Wein keinen Sauerstoff zum Oxidieren hat und man die Flasche Wein für ein paar weitere Jahre im Keller weiterlagern und reifen lassen kann. Freilich sollte man den gerade entnommenen Wein dann auch die entsprechende Reifung und Ruhe im Glas angedeihen lassen. Denn erst an der Luft und im Glas bekommt er genügend Luft für die optimale Entfaltung seines Genusses. Für eine entsprechende Weinverkostung muss man also dennoch ein wenig Ruhe mitbringen. Wein bleibt halt immer noch etwas raffiniertes. Gerade das macht den Reiz an ihm (neben dem Geschmack) natürlich auch aus.

Gut oder schlecht?


Gestern am Abend haben wir eine angeregte Diskussion gehabt, ob der Coravin und diese Technik nun etwas Gutes oder eher etwas Negatives ist? Klarerweise nimmt man damit dem Wein im Weinkeller eine gewisse Mythik. Es hat auf einen gewissen Reiz, dass man eben nicht genau weiß, wie ein Wein in einer Flasche schmeckt oder reift. Und erhöht den Überraschungsmoment. Außerdem sollte man bei der Verwendung von Coravin eine genaue Liste mit Verkostungsnotizen und Markierung an den so 'angestochenen' Weinen vornehmen. Sonst hat man im Laufe der Zeit ein heilloses Durcheinander von Weinen mit unterschiedlichen Füllständen im Weinkeller herumliegen. Was zwar vielleicht kein Problem darstellt – aber eine volle und frisch entkorkte Flasche mit Gästen hat halt doch auch ihren Reiz (auch, wenn sie meist dann ohnehin erst ist die Glaskaraffe wandert).

Richtig angewandt und eingesetzt kann Coravin allerdings ein wertvoller Wegbegleiter für so manchen Weinliebhaber sein. Vielleicht ist gerade deswegen im Moment auch so ein kleiner Hype darum ausgebrochen. Alle Weinkenner schwärmen davon. Wein+Co setzt groß darauf. Sicher auch, weil die Gewinnspanne bei dem Gerät keine schlechte sein ist (kostet rund 300 Euro im Geschäft, auf der Coravin Webseite oder bei Amazon), Robert Parker und andere Tester sind ebenfalls davon überzeugt. Und auch bei uns wird so ein Teil wohl bald angeschafft werden.

Wirklich freuen würden wir uns, wenn sich das in den Lokalen und Restaurants durchsetzt. Glasweise neue Weine zu verkosten würde dann viel mehr Spaß machen und einen neuen Erlebniswert bringen. Oder auch bei Weinverkostungen, bei denen man dann auch die teureren und seltenen Weine eher in der Verkostung vorfindet. Blindverkostungen und vieles mehr kann man sich durch Coravin nun auch vorstellen. Alles in allem also ein Wunderding für Weinliebhaber.

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Käsen mit Robert Paget

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Was macht ein Wasserbüffel bei Hochwasser?

Veröffentlicht am 26. June 2015 von Roman

Schon zum zweiten Mal konnten wir hier im ländlichen Refugium von Robert Paget unsere Hände in den Käse stecken. Diesmal in der Mission wieder Neues zu entdecken und schmieden, für die künftigen Pläne zur gänzlichen Eroberung der Wiener Feinschmeckerszene. Also haben wir uns beim Lab schneiden auch gleich erneut die Räumlichkeiten angesehen und vermessen einen Blick hinter die Kulissen geworfen um die Abläufe einer privaten Käserei noch besser zu verstehen.

So macht Arbeit mit Genussleuten richtig Spaß. Und Robert Paget, der in Diendorf am Kamp vor Jahren einen alten Hof kaufte, um dann die ersten Wasserbüffel nach Österreich zu bringen, erzählt gerne und leidenschaftlich über seine Produktphilosophie. Dabei geht es ihm nicht um Masse und Berühmtheit, sondern ein gutes, ausgeglichenes Verhältnis zwischen Leben und Qualität = Lebensqualität! Und die nicht nur für sich selbst und seine Familie, sondern auch die der Tiere am Hof und der Leute, die sich mit dem Ergebnis daraus genüsslich und mit allen Sinnen ernähren.

Diese Einstellung merkt man schon beim ersten Betreten. Liebe zum Detail wo man hin sieht. Aber niemals gekünstelt oder inszeniert – sondern einfach nur echt. Geordnete Unordnung – so, als ob jede Schaufel oder jeder Behälter mit einem Bewusstsein an den jetzigen Ort abgestellt wurde, um auch genau dort wieder gesucht zu werden. Niemals steril und dennoch sehr sauber. So machen auch wir uns nach dem Umziehen und gründlichen Waschen daran, den Lab im schon vorbereiteten Milchkessel (eine ehemalige Gulaschkanone) zu schneiden. Dies passiert mit einem Gitter und wird dann von Hand auf die Gleichmäßigkeit hin überprüft und solange größere Stücke zerteilt, bis alles gefühlt gleich groß aus. Daraus besteht auch die Qualität für den anschließenden Reifungsprozess. Die Feinheit der Stücke bestimmt außerdem die daraus resultierende Käseart, da die so gestockte Milch dabei Wasser verliert. Und je weniger Wasser in der Milchmasse übrig bleibt, desto härter wird der Käse im Anschluss. Vom Camembert bis zum Bergkäse.

Wenn Robert Paget sein Okay gibt, dann werden die Käsestücke in Siebe gefüllt, aus denen dann die Flüssigkeit entrinnen kann. Die Form der Siebe bestimmt wiederum die spätere Form des Käses. In unserem Fall entsteht ein Büffelmilchcamembert. Die ausgewichene Flüssigkeit wird im Anschluss mittels Heizstab nochmals erhitzt und dabei trennen sich ein wunderbarer Ricotta von der Molke. Das einzige Produkt, dass man beim Käsen gleich genießen kann – und schon alleine das Käsen zu etwas besonderem macht.

Ein Rundgang durch die Stallungen gewährt und einen Blick auf die Ziegen und ein paar Mangalitza-Schweine. Glücklichste Tiere, die zufrieden ihr frisches Heugras essen, sich suhlen oder über uns als Gäste wundern. Die Wasserbüffelkühe sind auch deswegen so wenig verbreitet, weil sie sehr scheue und wählerische Zeitgenossen sind. Wenn so ein Tier sich nicht wohl fühlt oder unter Stress steht, dann gibt sie einfach keine Milch. Keine gute Voraussetzung für einen Massenbetrieb. Aber eine clevere Einstellung, dass man sich auch besonders behutsam und liebevoll um sie kümmert. Dieses Vertrauensverhältnis hat Robert Paget und sein Melkerkollege über die Jahre aufgebaut und kann so einige Geschichten erzählen. So schaut er, dass es auch immer wieder Nachwuchs am Hof gibt. Ein Fakt, der in einem Kleinbetrieb eine gewisse Herausforderung ist. Einerseits sind für die Käseproduktion ja nur die weiblichen Tiere wichtig (die männlichen dürfen allerdings bis zu einem gewissen Alter am Hof aufwachsen – müssen aber meist von den anderen männlichen Tieren getrennt werden), in dieser Zeit sinkt aber auch die Milchverfügbarkeit gewaltig, da die Muttertiere sie ja für ihre Kälber benötigen. Ganz normale 'Probleme' eines Hofes, denen aber in der Großindustrie mit Massenzucht und Tierproduktion/-handel begegnet wird. Oder über das Hochwasser vor ein paar Jahren, das ganz nahe an die Grenzen seines Hofes kam. In diesem Moment werden Wasserbüffel sehr unruhig uns es ist schwer, sie in ihrer Umgebung zu halten. Das Element Wasser steckt halt tief verankert in ihren Genen.

Hier fühlen wir uns so richtig wohl – ein Schlaraffenland für Genussmenschen mit einem Hang zum Ursprung und den Geschehnissen dahinter. Seht euch doch unbedingt dieses Videointerview mit Robert Paget an ...

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Cucina Light – Essen im Fabios

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Das Fabios hat umgebaut und setzt wieder auf einen schöne Terrasse. Vom Trubel der Fußgängerzone ist der getaufte 'Giardino' mittels Kräutern und Zitronenbäumchen abgetrennt aber immer noch mittendrin und einem Ausblick mit allerhand zum Schauen. Bei unserer Einladung ins Fabios Ende April zum Kennenlernen der neuen Terrasse und den neuen leichten Speisenkreationen (gerade richtig für die kommenden heißen Tage) war es allerdings leider noch zu kühl, um unser Dinner mit Bloggerkollegen im Freien zu genießen. Auch, wenn sich davon die eine oder andere Prominenz nicht abschrecken lassen hat.

Das Fabios ist ja schon immer dafür bekannt, dass man hier eine Menge stadtbekannter Leute antreffen oder erspähen kann. Vom ORF Generaldirektor bis hin zum Sozialminister (Zufall?) – also quasi das Cipriani von Wien. Und den vielen Besuchern, die sich hier in die Auslage setzen, nach dem Motto: Sehen und gesehen werden. Lokalpolitik oder Lagen-'Vorteil' – man weiß es nicht genau. Und wie es bei solchen Lokalen auch ist, ist der Ruf für die Essenqualität immer so einen Sache. Freilich darf man hier nichts Schlechtes servieren – immerhin haben ja auch Prominente oder russische Besucher bisweilen das Recht auf einen guten Geschmackssinn. Aber ist es wichtiger mit viel Brimborium den Anschein von Geschmack auf den Teller zu bringen, oder wirklich innerste Überzeugung. Ein leichtes Dinner und eine solche Ausrichtung zahlt ja eher in die Richtung 'weiblicher, ewig junger Traumfigur' ein. Wie die Frau von Welt (als erfolgreiche Businesswoman oder begehrte Begleitung) halt heute aussehen muss.

Beim Dinner haben wir uns aber von einer etwas anderen Stimmung hier im Lokal überzeugen können. Fabio Giacobello ist ein Durch-und-durch-Gastronom. Er lebt Gastfreundschaft und Service auf eine ganz spezielle und sehr mediterrane Weise – so, wie wir sie ja auch von einem Italienbesuch her kennen. Und genauso leidenschaftlich geht er auch mit der Begeisterung für Speisen und Lebensmittel um. Davon konnten wir uns ein Bild machen, als wir nach seinem bevorzugten Olivenöl fragten. Kurzerhand verschwindet Fabio in der Küche und stellt und 2 Olivenölflaschen auf den Tisch. AND'OLIO und das sizilianische Castel di Lego aus der Sorte Tonda Iblea von Sebastiano Galioto - samt Schwärmerei, Geschmacksnuancen und zu welcher Art von Speisen er welches der beiden Öle bevorzugt. Wir verkosten sie und sind ebenfalls begeistert. Ob diese Leidenschaft nur für uns oder generell bei einem Besuch zu spüren ist, kann ich nicht sagen. Wir waren allerdings von dieser Hingabe angetan.

Der Küchenchef Christoph Brunnhuber führt uns kulinarisch durch den weitern Abend und serviert und einen Auszug aus der neuen Menükarte: mit Estragon marinierte grüne Bohnen und sehr aromatischen piemonteser Haselnüssen, weißer und grüner Spargel mit Stracciatella (das Innenleben der Burrata), Ravioli gefüllt mit Büffelricotta, Kräutern & Limettensauce und darüber gehobelten 36 Monate gereiften Parmiggiano, Fiori di Zucca (mit Ricotta gefüllte Zucchiniblüten frittiert auf San Marzano-Tomaten), Filetto di Tonno Crudo Tagliatto Fine auf Feigencreme sowie ein Rib Eye Steak.

Die Dessertvariation hat dann allerdings nur mehr wenig mit 'leichter Küche' zu tun. Hier wäre definitiv Verbesserungspotenzial für diesen Anspruch versteckt. Auch bei Geschmack und Raffinesse. In Summe erlebten wir einen freundlichen, stimmigen und feinen Abend mit jeder Menge Aufmerksamkeit – sozusagen mit Promistatus. Profistatus wäre es, wenn jeder Gast dieses Erlebnis geboten bekäme – wovon wir und vielleicht demnächst wieder einmal (wenn wir hier inkognito sind) überzeugen werden.

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Veröffentlicht am 24. June 2015 von Roman

Seit Dezember 2014 hat der bekannte (sowohl für Wiener als auch in vielen Reiseführern stehend) Figlmüller sein Imperium um einen neuen Standort am Lugeck erweitert. Alle Lokale sind dabei ziemlich nahe zueinander gelegen – und haben doch unterschiedliche Konzepte und auch Zielgruppen. In dem Traditionshaus am Lugeck und seiner sehr prominenten und ausgezeichneten Lage, war ja auch schon der Little Buddha Club und Sushi untergebracht. Beide Lokale konnten sich aber trotz Lage hier nicht behaupten.

Loblied auf das Lugeck – über das lebhafte multinationale Treiben am Lugeck um die Mitte des 16. Jahrhunderts berichtet Wolfgang Schmeltzl in seinem „Lobspruch auf die Stadt Wien in Österreich“:

Ans Lugeck kam ich von ungefähr,
Da gingen Kaufleut' hin und her,
In fremder Kleidung bunterlei,
Und sprachen fremde Sprachen dabei,
Ich dacht', ich wär' nach Babel kommen,
Wo Sprachenwirrniß Anfang genommen,
Und hört' ein seltsam Geträtsch, Geschrei,
Auch schöne Sprachen mancherlei.
Hebräisch, Griechisch und Lateinisch,
Deutsch, Französisch, Türkisch, Spanisch,
Böhmisch, Windisch, Italienisch,
Ungarisch, gut Niederländisch,
Natürlich Syrisch, Croatisch,
Serbisch, Polnisch und Chaldäisch.
Des Volk's war da die große Menge..


Jetzt soll zu all dem Sprachenkauderwelch sich auch wieder das Wienerische dazu mischen. Zumindest, wenn es nach den Geschwistern Figlmüller geht. „Das LUGECK soll vor allem die Wienerinnen und Wiener ansprechen und auf eine ungezwungene und bodenständige Art den Charme der alten Zeit mit Schmäh und Gastlichkeit in die Jetztzeit transportieren.“ Und weiter: „Das klare Ziel: der urtypischen Wiener Küche und der traditionellen Wirtshauskultur zu neuem Schwung und Glanz zu verhelfen. Was früher gut war mit dem was man heute mag zu vereinen.“

Um uns davon zu überzeugen, hat uns Figlmüller eingeladen und wir konnten nicht nur hier essen, sondern auch einen ausgiebigen Blick hinter die Kulissen werfen und in die Küche den Köchen über die Schulter schauen und sogar selbst ein wenig bei den Vorbereitungen mithelfen. Und wir haben einen sehr guten Eindruck von dem Lokal bekommen und jede Menge der Gerichte auf der Speisekarte ausprobiert (einige der Bilder zeigen kleinere Portionen als üblicherweise serviert, da wir vor allem eine Vielzahl davon verkosten wollten!). Und so haben wir uns neben dem modernerem Tatar vom Seesaibling mit Avocadocreme oder dem spontan bestellten Steak samt fachsimpeln darüber (die Jungs vom Manly Men Food Blog schreiben so darüber ...) auch noch ein paar echte Wiener Klassiker bestellt: Backhendl, Kalbsbutterschnitzel, Beuschel, Kalbsrahmgulasch und Krautfleckerl. Und zum Abschluss noch unser selbst zubereiteter Milirahmstrudel.

Alles in einer sehr guten Qualität und fein angerichtet. Apropos "fein". Die Liebe zum Detail und der Anspruch an Qualität, die kann man hier an vielen Ecken und Enden entdecken. Architektonisch 1A von den Materialien und Farbtönen hat man hier etwas geschaffen, was nur noch darauf wartet die Wirtshauspatina und damit den unvergesslichen Wiener Charme in ein paar Jahren anzunehmen. Dennoch großzügig und keineswegs schmuddelig lädt das Lokal in unterschiedlichen Bereichen zum Verweilen ein. Ob zum Stehimbiss, in einer größeren Gruppe, am kleinen Zweiertisch zur Mittagspause oder sogar mit einem eigenen Meetingraum. Alles da – und das im Herzen von Wien. Liebevoll und mit einem kleinen Augenzwinkern auch das Design von Menükarten und anderen kleinen Druckwerken. Mit netten Fotos im Vintage Stil und Sprüchen wie: Das Glück ist ein Henderl. Die Liebe zu gutem Essen kennt keinen Altersunterschied. Meinungen gehen auseinander, treffen sich aber wieder bei einem Bier. Oder: Die Seele des Wiener Wirtshauses spiegelt sich in seinen Töpfen und Pfannen.

Alles in allem ein tadelloser erster Eindruck. Hier kann man auf jeden Fall herkommen. Gut wienerisch, aber nicht verstaubt.

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