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Käsen mit Robert Paget

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Was macht ein Wasserbüffel bei Hochwasser?

Veröffentlicht am 26. Juni 2015 von Roman

Schon zum zweiten Mal konnten wir hier im ländlichen Refugium von Robert Paget unsere Hände in den Käse stecken. Diesmal in der Mission wieder Neues zu entdecken und schmieden, für die künftigen Pläne zur gänzlichen Eroberung der Wiener Feinschmeckerszene. Also haben wir uns beim Lab schneiden auch gleich erneut die Räumlichkeiten angesehen und vermessen einen Blick hinter die Kulissen geworfen um die Abläufe einer privaten Käserei noch besser zu verstehen.

So macht Arbeit mit Genussleuten richtig Spaß. Und Robert Paget, der in Diendorf am Kamp vor Jahren einen alten Hof kaufte, um dann die ersten Wasserbüffel nach Österreich zu bringen, erzählt gerne und leidenschaftlich über seine Produktphilosophie. Dabei geht es ihm nicht um Masse und Berühmtheit, sondern ein gutes, ausgeglichenes Verhältnis zwischen Leben und Qualität = Lebensqualität! Und die nicht nur für sich selbst und seine Familie, sondern auch die der Tiere am Hof und der Leute, die sich mit dem Ergebnis daraus genüsslich und mit allen Sinnen ernähren.

Diese Einstellung merkt man schon beim ersten Betreten. Liebe zum Detail wo man hin sieht. Aber niemals gekünstelt oder inszeniert – sondern einfach nur echt. Geordnete Unordnung – so, als ob jede Schaufel oder jeder Behälter mit einem Bewusstsein an den jetzigen Ort abgestellt wurde, um auch genau dort wieder gesucht zu werden. Niemals steril und dennoch sehr sauber. So machen auch wir uns nach dem Umziehen und gründlichen Waschen daran, den Lab im schon vorbereiteten Milchkessel (eine ehemalige Gulaschkanone) zu schneiden. Dies passiert mit einem Gitter und wird dann von Hand auf die Gleichmäßigkeit hin überprüft und solange größere Stücke zerteilt, bis alles gefühlt gleich groß aus. Daraus besteht auch die Qualität für den anschließenden Reifungsprozess. Die Feinheit der Stücke bestimmt außerdem die daraus resultierende Käseart, da die so gestockte Milch dabei Wasser verliert. Und je weniger Wasser in der Milchmasse übrig bleibt, desto härter wird der Käse im Anschluss. Vom Camembert bis zum Bergkäse.

Wenn Robert Paget sein Okay gibt, dann werden die Käsestücke in Siebe gefüllt, aus denen dann die Flüssigkeit entrinnen kann. Die Form der Siebe bestimmt wiederum die spätere Form des Käses. In unserem Fall entsteht ein Büffelmilchcamembert. Die ausgewichene Flüssigkeit wird im Anschluss mittels Heizstab nochmals erhitzt und dabei trennen sich ein wunderbarer Ricotta von der Molke. Das einzige Produkt, dass man beim Käsen gleich genießen kann – und schon alleine das Käsen zu etwas besonderem macht.

Ein Rundgang durch die Stallungen gewährt und einen Blick auf die Ziegen und ein paar Mangalitza-Schweine. Glücklichste Tiere, die zufrieden ihr frisches Heugras essen, sich suhlen oder über uns als Gäste wundern. Die Wasserbüffelkühe sind auch deswegen so wenig verbreitet, weil sie sehr scheue und wählerische Zeitgenossen sind. Wenn so ein Tier sich nicht wohl fühlt oder unter Stress steht, dann gibt sie einfach keine Milch. Keine gute Voraussetzung für einen Massenbetrieb. Aber eine clevere Einstellung, dass man sich auch besonders behutsam und liebevoll um sie kümmert. Dieses Vertrauensverhältnis hat Robert Paget und sein Melkerkollege über die Jahre aufgebaut und kann so einige Geschichten erzählen. So schaut er, dass es auch immer wieder Nachwuchs am Hof gibt. Ein Fakt, der in einem Kleinbetrieb eine gewisse Herausforderung ist. Einerseits sind für die Käseproduktion ja nur die weiblichen Tiere wichtig (die männlichen dürfen allerdings bis zu einem gewissen Alter am Hof aufwachsen – müssen aber meist von den anderen männlichen Tieren getrennt werden), in dieser Zeit sinkt aber auch die Milchverfügbarkeit gewaltig, da die Muttertiere sie ja für ihre Kälber benötigen. Ganz normale 'Probleme' eines Hofes, denen aber in der Großindustrie mit Massenzucht und Tierproduktion/-handel begegnet wird. Oder über das Hochwasser vor ein paar Jahren, das ganz nahe an die Grenzen seines Hofes kam. In diesem Moment werden Wasserbüffel sehr unruhig uns es ist schwer, sie in ihrer Umgebung zu halten. Das Element Wasser steckt halt tief verankert in ihren Genen.

Hier fühlen wir uns so richtig wohl – ein Schlaraffenland für Genussmenschen mit einem Hang zum Ursprung und den Geschehnissen dahinter. Seht euch doch unbedingt dieses Videointerview mit Robert Paget an ...

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Cucina Light – Essen im Fabios

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Das Fabios hat umgebaut und setzt wieder auf einen schöne Terrasse. Vom Trubel der Fußgängerzone ist der getaufte 'Giardino' mittels Kräutern und Zitronenbäumchen abgetrennt aber immer noch mittendrin und einem Ausblick mit allerhand zum Schauen. Bei unserer Einladung ins Fabios Ende April zum Kennenlernen der neuen Terrasse und den neuen leichten Speisenkreationen (gerade richtig für die kommenden heißen Tage) war es allerdings leider noch zu kühl, um unser Dinner mit Bloggerkollegen im Freien zu genießen. Auch, wenn sich davon die eine oder andere Prominenz nicht abschrecken lassen hat.

Das Fabios ist ja schon immer dafür bekannt, dass man hier eine Menge stadtbekannter Leute antreffen oder erspähen kann. Vom ORF Generaldirektor bis hin zum Sozialminister (Zufall?) – also quasi das Cipriani von Wien. Und den vielen Besuchern, die sich hier in die Auslage setzen, nach dem Motto: Sehen und gesehen werden. Lokalpolitik oder Lagen-'Vorteil' – man weiß es nicht genau. Und wie es bei solchen Lokalen auch ist, ist der Ruf für die Essenqualität immer so einen Sache. Freilich darf man hier nichts Schlechtes servieren – immerhin haben ja auch Prominente oder russische Besucher bisweilen das Recht auf einen guten Geschmackssinn. Aber ist es wichtiger mit viel Brimborium den Anschein von Geschmack auf den Teller zu bringen, oder wirklich innerste Überzeugung. Ein leichtes Dinner und eine solche Ausrichtung zahlt ja eher in die Richtung 'weiblicher, ewig junger Traumfigur' ein. Wie die Frau von Welt (als erfolgreiche Businesswoman oder begehrte Begleitung) halt heute aussehen muss.

Beim Dinner haben wir uns aber von einer etwas anderen Stimmung hier im Lokal überzeugen können. Fabio Giacobello ist ein Durch-und-durch-Gastronom. Er lebt Gastfreundschaft und Service auf eine ganz spezielle und sehr mediterrane Weise – so, wie wir sie ja auch von einem Italienbesuch her kennen. Und genauso leidenschaftlich geht er auch mit der Begeisterung für Speisen und Lebensmittel um. Davon konnten wir uns ein Bild machen, als wir nach seinem bevorzugten Olivenöl fragten. Kurzerhand verschwindet Fabio in der Küche und stellt und 2 Olivenölflaschen auf den Tisch. AND'OLIO und das sizilianische Castel di Lego aus der Sorte Tonda Iblea von Sebastiano Galioto - samt Schwärmerei, Geschmacksnuancen und zu welcher Art von Speisen er welches der beiden Öle bevorzugt. Wir verkosten sie und sind ebenfalls begeistert. Ob diese Leidenschaft nur für uns oder generell bei einem Besuch zu spüren ist, kann ich nicht sagen. Wir waren allerdings von dieser Hingabe angetan.

Der Küchenchef Christoph Brunnhuber führt uns kulinarisch durch den weitern Abend und serviert und einen Auszug aus der neuen Menükarte: mit Estragon marinierte grüne Bohnen und sehr aromatischen piemonteser Haselnüssen, weißer und grüner Spargel mit Stracciatella (das Innenleben der Burrata), Ravioli gefüllt mit Büffelricotta, Kräutern & Limettensauce und darüber gehobelten 36 Monate gereiften Parmiggiano, Fiori di Zucca (mit Ricotta gefüllte Zucchiniblüten frittiert auf San Marzano-Tomaten), Filetto di Tonno Crudo Tagliatto Fine auf Feigencreme sowie ein Rib Eye Steak.

Die Dessertvariation hat dann allerdings nur mehr wenig mit 'leichter Küche' zu tun. Hier wäre definitiv Verbesserungspotenzial für diesen Anspruch versteckt. Auch bei Geschmack und Raffinesse. In Summe erlebten wir einen freundlichen, stimmigen und feinen Abend mit jeder Menge Aufmerksamkeit – sozusagen mit Promistatus. Profistatus wäre es, wenn jeder Gast dieses Erlebnis geboten bekäme – wovon wir und vielleicht demnächst wieder einmal (wenn wir hier inkognito sind) überzeugen werden.

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Figlmüller am Lugeck

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Wirthauskultur neu interpretiert

Veröffentlicht am 24. Juni 2015 von Roman

Seit Dezember 2014 hat der bekannte (sowohl für Wiener als auch in vielen Reiseführern stehend) Figlmüller sein Imperium um einen neuen Standort am Lugeck erweitert. Alle Lokale sind dabei ziemlich nahe zueinander gelegen – und haben doch unterschiedliche Konzepte und auch Zielgruppen. In dem Traditionshaus am Lugeck und seiner sehr prominenten und ausgezeichneten Lage, war ja auch schon der Little Buddha Club und Sushi untergebracht. Beide Lokale konnten sich aber trotz Lage hier nicht behaupten.

Loblied auf das Lugeck – über das lebhafte multinationale Treiben am Lugeck um die Mitte des 16. Jahrhunderts berichtet Wolfgang Schmeltzl in seinem „Lobspruch auf die Stadt Wien in Österreich“:

Ans Lugeck kam ich von ungefähr,
Da gingen Kaufleut' hin und her,
In fremder Kleidung bunterlei,
Und sprachen fremde Sprachen dabei,
Ich dacht', ich wär' nach Babel kommen,
Wo Sprachenwirrniß Anfang genommen,
Und hört' ein seltsam Geträtsch, Geschrei,
Auch schöne Sprachen mancherlei.
Hebräisch, Griechisch und Lateinisch,
Deutsch, Französisch, Türkisch, Spanisch,
Böhmisch, Windisch, Italienisch,
Ungarisch, gut Niederländisch,
Natürlich Syrisch, Croatisch,
Serbisch, Polnisch und Chaldäisch.
Des Volk's war da die große Menge..


Jetzt soll zu all dem Sprachenkauderwelch sich auch wieder das Wienerische dazu mischen. Zumindest, wenn es nach den Geschwistern Figlmüller geht. „Das LUGECK soll vor allem die Wienerinnen und Wiener ansprechen und auf eine ungezwungene und bodenständige Art den Charme der alten Zeit mit Schmäh und Gastlichkeit in die Jetztzeit transportieren.“ Und weiter: „Das klare Ziel: der urtypischen Wiener Küche und der traditionellen Wirtshauskultur zu neuem Schwung und Glanz zu verhelfen. Was früher gut war mit dem was man heute mag zu vereinen.“

Um uns davon zu überzeugen, hat uns Figlmüller eingeladen und wir konnten nicht nur hier essen, sondern auch einen ausgiebigen Blick hinter die Kulissen werfen und in die Küche den Köchen über die Schulter schauen und sogar selbst ein wenig bei den Vorbereitungen mithelfen. Und wir haben einen sehr guten Eindruck von dem Lokal bekommen und jede Menge der Gerichte auf der Speisekarte ausprobiert (einige der Bilder zeigen kleinere Portionen als üblicherweise serviert, da wir vor allem eine Vielzahl davon verkosten wollten!). Und so haben wir uns neben dem modernerem Tatar vom Seesaibling mit Avocadocreme oder dem spontan bestellten Steak samt fachsimpeln darüber (die Jungs vom Manly Men Food Blog schreiben so darüber ...) auch noch ein paar echte Wiener Klassiker bestellt: Backhendl, Kalbsbutterschnitzel, Beuschel, Kalbsrahmgulasch und Krautfleckerl. Und zum Abschluss noch unser selbst zubereiteter Milirahmstrudel.

Alles in einer sehr guten Qualität und fein angerichtet. Apropos "fein". Die Liebe zum Detail und der Anspruch an Qualität, die kann man hier an vielen Ecken und Enden entdecken. Architektonisch 1A von den Materialien und Farbtönen hat man hier etwas geschaffen, was nur noch darauf wartet die Wirtshauspatina und damit den unvergesslichen Wiener Charme in ein paar Jahren anzunehmen. Dennoch großzügig und keineswegs schmuddelig lädt das Lokal in unterschiedlichen Bereichen zum Verweilen ein. Ob zum Stehimbiss, in einer größeren Gruppe, am kleinen Zweiertisch zur Mittagspause oder sogar mit einem eigenen Meetingraum. Alles da – und das im Herzen von Wien. Liebevoll und mit einem kleinen Augenzwinkern auch das Design von Menükarten und anderen kleinen Druckwerken. Mit netten Fotos im Vintage Stil und Sprüchen wie: Das Glück ist ein Henderl. Die Liebe zu gutem Essen kennt keinen Altersunterschied. Meinungen gehen auseinander, treffen sich aber wieder bei einem Bier. Oder: Die Seele des Wiener Wirtshauses spiegelt sich in seinen Töpfen und Pfannen.

Alles in allem ein tadelloser erster Eindruck. Hier kann man auf jeden Fall herkommen. Gut wienerisch, aber nicht verstaubt.

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Verwursten selber lernen - mit Toni & Bene

Veröffentlicht am 15. Juni 2015 von Roman

Kochkurse sind ja nicht so unseres. Keine Ahnung, warum? Vielleicht, weil wir in der Vergangenheit immer wieder welche erlebt haben, bei denen man sich fragt, was man eigentlich hier soll und selten etwas Neues erfahren hat. Und kochen ist doch auch etwas sehr individuelles - wie Geschmack ja auch. Aber von Toni und Bene von Because you are hungry-Blog haben wir uns gerne zum eigenen Wurst-Kochkurs verleiten lassen. Nicht nur, weil uns das Thema interessiert, sondern weil man mit den beiden einfach eine gute Zeit haben kann. Toni und Bene sind vor ein paar Jahren ja als Newcomer in die Foodblogger-Szene mit gleich dem 1. Platz beim AMA Foodblog-Award eingestiegen und haben auch schon ein eigenes Kochbuch herausgebracht. 2 wirklich leidenschaftliche Köche, die sich dem Thema in ihrer Freizeit zu 100% und voller Einsatz verschreiben. Hier wird experimentiert, gekocht, gegessen und (vor allem) genossen. Man hat nie das Gefühl, dass es den beiden dabei um Wettbewerb geht. Allein der Spaß an der Sache - das ist das Wesentliche.

Als neues Steckenpferd hat sich die selbst produzierte Wurst herausgestellt. Denn nur hier weiß man, was auch wirklich drin ist. Und man kann den guten Zutaten (bei Fleisch besonders wichtig) auch noch den individuellen Geschmack verpassen. Kein Einheitsallerlei eben. Etwas mehr von da und dafür viel weniger davon, usw ... - genau, was Kochen ausmacht. Rezepte sind ja ohnehin nur Inspirationsquellen und sollten nicht allzu ernst genommen werden. Dies gilt natürlich nur für Leute mit Geschmack und ein bisserl ein Gefühl für Zutaten und Kombinationen. Die anderen sollten ohnehin lieber in ein Restaurant gehen grin

Beim Wurstworkshop der beiden im Wiener Kochsalon hatten wir auf jeden Fall jede Menge Spaß. Unsere Hände ins Fleisch gesteckt (und nicht in die Wurstmaschine), gefüllt, gedreht, geräuchert, gebrutzelt und abschließend auch gegessen. Festgehalten wurde unsere Session dabei auch von Woman-TV - den Beitrag könnt ihr euch hier ansehen >>>

Toni und Bene wiederholen dieses Format übrigens regelmäßig und man kann sich noch nach freien Plätzen umsehen. Alle Infos dazu findet ihr auf ihrem Blog und auch hier ...

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Milirahmstrudel à la Lugeck

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Ein Wiener Klassiker - immer wieder gut!

Veröffentlicht am 15. Juni 2015 von Roman

Milchrahmstrudel - das klingt für mich irgendwie hochdeutsch. Wahrscheinlich ist es aber nur hochösterreichisch für diesen wahrlich feinen Dessert und Jausenklassiker und ist die schöne Beschreibung für Milirahm (also Mili - liebevoll verkürzt von Milch und man hat das Gefühl, das die Kuh mit dem gleichen Namen auch gleich ums Eck steht). Als wir im Februar vom Lugeck eingeladen wurden, hatten wir die Möglichkeit dessen Entstehung samt Rezept und Anleitung auch gleich noch mit zu bekommen und auch selbst Hand anzulegen. Dazu aber mehr in unserem Bericht über das Lokal am Lugeck.

Milchrahm ist im übrigen eigentlich (Schlag-)Obers. Wikipedia dazu: Sahne, Obers oder Rahm entsteht durch Aufrahmen der Milch. Hierbei entmischt sich die Milch, indem die emulgierten Milchfett-Emulsionstropfen aufgrund der geringeren Dichte an die Oberfläche steigen und dort als Rahm aufschwimmen, der als solcher abgeschöpft werden kann. Das kennen wir noch aus unserer Kindheit, als es die Milch noch direkt vom Bauern gab. Auf dieser hat sich dann nach kurzer Zeit eine dicke Rahmschicht gebildet, die wir als Kinder gar nicht so gerne mochten (waren ja schon zuagraste Städter), weil sie im Kakao immer so 'Flankerl' hinterließ. Die Milch von damals wurde auch sehr schnell sauer. Nicht das verindustrialisierte und homogenisierte Produkt, das heute aus dem Milchpackerl kommt und ein ganze Monat haltbar ist, ohne sauer zu werden. Wo sind wir in der Entwicklung eigentlich angekommen? Aber das ist eine andere Geschichte.

Hier die Zutaten für die Topfenmasse:
200 Gramm Butter, 70 Gramm Zucker, 6 Dotter, Abrieb einer Zitronenschale, Vanillezucker
130 Gramm Kristallzucker, 6 Eiweiß
600 Gramm Topfen (zumindest 20%igen!)
500 Gramm Sauerrahm
80 Gramm Mehl (glatt)

Dazu eine Packung Strudelteig - auch im Lugeck verwendet man Teige von Tante Fanny.

Sauce Royal (für vieles gut verwendbar)
1/8 Liter Milch, 2 Eier, 1 Kaffeelöffel Vanillezucker (wenn es üppiger sein darf, dann auch gerne Schlagobers statt der Milch bzw. halb/halb)

Vanillesauce:
1 Liter Milch, 200 Gramm Zucker, Vanilleschote, 25 Gramm Maizena (Maisstärke), 4 Dotter

Die Topfenmasse: Eiweiß mit einem Mixer zu Schnee schlagen. Bevor die Masse zu steif ist, nach und nach den Zucker hinzurühren und zu einem festen (schnittfest) Schnee schlagen. Beiseite stellen.
Die handwarme Butter mit dem (am besten Staub-)Zucker schaumig schlagen und dann nach und nach die Eidotter einrühren. Nach jedem Dotter immer schön warten, damit sich auch alles zu einer schönen cremigen Masse verbindet. In einem separatem Gefäß den Topfen mit dem Sauerrahm, der Zitronenschale, dem Vanillezucker sowie dem Mehl (am besten immer etwas darübersieben) zu einer homogenen feinen Masse verrühren und dann mit einem Schneebesen auch die cremige Eidottermasse hinzufügen. Anschließend noch den steifen Eischnee vorsichtig unterrühren.

Die Formen gut mit flüssiger Butter ausstreichen und darin ein Strudelblatt auslegen (kann und soll ruhig über die Ränder stehen). Wenn man die Strudelblätter auslegt, dann sollte man sie auch mit etwas flüssiger Butter bestreichen. So trocknen sie nicht zu schnell aus und man kann sie besser und leichter verarbeiten. Die so ausgelegten Formen mit der Topfenmasse befüllen und wieder ein weiteres Strudelblatt darauf legen. Am besten mit den Fingern jeweils rundherum gut zwischen Rand und Topfenmasse hineindrücken - aber so, dass sie nicht reißen. Ins vorgeheizte Backrohr (165°C) für 15 Minuten vorbacken (erster Backvorgang). In der Zwischenzeit die Zutaten für die Royal gemeinsam verrühren. Nach den 15 Minuten kommen die Formen wieder aus dem Rohr und durch ein kleines Loch im Strudelteig wird immer etwas Royal eingegossen (geht am besten mit so einem Trichter). Anschließend für weitere 10 Minuten und bei der gleichen Temperatur die Strudel fertig backen.

Vor dem Servieren unbedingt überkühlen lassen, da man sie am besten lauwarm genießt. Mit etwas Zucker und der Vanillesauce servieren. Für die Vanillesauce die Milch mit der Vanilleschote erhitzen (nicht kochen). Die Schote dann aus der Milch nehmen, der Länge nach halbieren und das Mark herauskratzen, welches man wieder zurück in die Milch gibt. Zucker (Feinkristallzucker) und Maizena gut vermengen und dann mittels Schneebesen in die heiße Milch rühren. Ebenfalls die Eidotter verrühren und zügig in die Milchmasse einrühren - kurz aufkochen (Achtung: jetzt kann alles schnell über gehen oder anbrennen - daher gut beobachten und rühren!). Vom Herd nehmen und unter ständigem Rühren abkühlen lassen.

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Formen ausbuttern, mit einem Strudelblatt auslegen, mit Topfenmasse befüllen. Achtung: die Masse geht beim Backen auf - daher nicht bis an den Rand füllen!
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Alles wieder mit Strudelteig abdecken und an den Rändern zwischen Masse und Rand eindrücken. Wenn Teig über den Rand steht, dann passt das schon - der wird dann schön knusprig und sorgt für den entsprechenden Biss am Teller. Noch besser wird er, wenn man die überstehenden Blätter mit einer süßen Butter bestreicht (etwas Staubzucker zur Butter rühren).
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Der erste Backvorgang. Bei 165°C für 15 Minuten direkt ins vorgeheizte Rohr geben.
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Nach 15 Minuten aus dem Rohr geben, an der Oberseite ein kleines Loch in den Strudelteig 'pecken' und darunter die Royal-Flüssigkeit einfüllen. Am besten mit einem Trichter.
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