

Bis vor kurzem war uns Berger Schokolade noch völlig unbekannt. Dann hat sie Pöhl am Naschmarkt als Neuerung im Sortiment aufgenomen und Zotter auf die hinteren Ränge verbannt. Kurz darauf waren Schokoladen und Trüffel auch in der Wollzeile in einem Confiserie und Tortenzubehörgeschäft zu finden - aber nicht für lange. Denn am Samstag, dem 5.11.2005, hat ein paar Meter stadteinwärts die erste uns bekannte Berger Confiserie ihre eigenen Pforten eröffnet. Grund genug einmal einen Testeinkauf und ein paar neue Trüffelkonfekt zu probieren.
Der erste Eindruck des Geschäfts ist solala - irgendwie ganz nett und modern - bei näherer Betrachtung aber auch ein wenig steril - da erwartet man sich eigentlich mehr, wenn jemand vom Land in die große Stadt zieht um dort einen neuen Umsatzpol zu schaffen - denn auch in einem Dorf wie Wien ist Mundpropaganda ein wesentliches Kriterium des Erfolges für solche Positionierungen. Aber vielleicht war man mal bei der Kurkonditorei Oberlaa und hat dort Konfekt probegekauft und sich gedacht, dass eine gewisse Distanziertheit 'le Dernier Cri' in einer Metropole ist. Dem ist aber nicht so! Finden wir wenigstens - gerade ein paar Tage nach einer Neueröffnung hätten wir uns für einen 40 Euro Einkauf doch ein wenig mehr Service, Erklärung und Kostproben erwartet.
Aber was soll's - was nicht ist, kann ja noch werden. Kommen wir mal zum Produkt. Noch haben wir uns keinen vollständigen Eindruck darüber machen können - aber die 'Marke Berger' ist uns jedenfalls schon mal sympathisch - besonders, da auch auf Verpackung und Design neben der Produktqualität großer Wert gelegt wird. Neben den bereits in einen früheren Artikel auf s44 geschriebenen Artikel über die Schokolade-Tafeln, die wirklich schön und dennoch einfach verpackt sind, gibt es hier in dieser Confiserie auch noch ein paar andere Dinge zu entdecken. Natürlich kann man sich Trüffel und Konfekt selbst zusammenstellen - wir haben und für Katzenzungen und zweimal 10 Trüffelkugel in Holzverpackung entschieden (wie gesagt: rund 40€ muss einem das Vergnügen wert sein, obgleich die Katzenzungen um einiges günstiger als die Valrhona-Alternative vom Schwarzen Kameel sind).
Die Katzenzungen sind ebenfalls nett verpackt, knackig, milchschokoladig und mit 35% Kakaobestandteil. 'Verarbeitung' und Geschmack können mit der Valrhona-Alternative aber nicht mithalten - eine nette Belohnung für harte oder weniger harte Arbeit zwischendurch ist es aber allemal - und es eignet sich auch wegen dem Neuheitswert ziemlich gut als Mitbringsel.
Mehr Spannung bieten da aber schon die Trüffel, die schon alleine vom Lesen einen ziemlichen Gusto machen - oben abgebildet die Edelbrandtrüffel (zum Glück nicht mit flüssiger Füllung) mit Weichsel, Marille, Williams, Vogelbeer und Himbeer (von Siegfried Herzog, Brenner des Jahres 2003) - besonders die Himbeere hat uns sehr gut gemundet. Ein zartfruchtiger Fruchtgeschmack, der sich perfekt mit der Schokolade mischt - in dem kleinen Földerchen wird dieser Trüffel das Prädikat 'erotisierend' zugeschrieben - auch wenn man die Kirche im Dorf lässt - betörend ist sie allemal! Auch sehr spannend ist die Vogelbeere, die sich mit einem zarten marzipanesquem Aroma bemerkbar macht.
Die zweite Trüffelkiste hat nur 3 Sorten auf Lager - alle lesen sich aber ausgezeichnet: Balsamico-Honig, Ingwer-Orange und Chili-Erdbeer - hier hat man scheinbar von Zotter gelernt, dass exotische Kombinationen immer wieder gerne von Schokoholics ausprobiert werden. Und so sind sie ja auch immerhin bei uns gelandet! Hier haben wir uns allerdings noch nicht durchgekostet - aber alles müsst ihr ja nicht lesen - selbst ausprobieren ist angesagt - und am besten postet ihr eure Geschmackserlebnisse und Meinungen dann hier bei den Kommentaren. So bekommt unser Eindruck mit der Zeit auch ein wenig mehr Subjektivität.
Wir freuen uns auf jeden Fall über diese neue österreichische Initiative am Schokoladen-Markt und wünschen viel Erfolg damit!
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