
Nikon hat mit seiner neuen Digitalkamera mit Vollformatsensor auch die ambitionierten Amateure mit Profi-Anspruch im Auge. So wurde die Lücke zwischen der Profikamera D3 (Vollformatsensor - FX Format) und der D300 (in diesem Segment übliches 24mm DX Format) geschlossen und schon rumort es in den Gazetten und Foren dieser Welt.
Der ewige Streit um den Führungsanspruch zwischen Nikon und Canon geht in eine neue Runde. Und die Systemwahl gilt schon lange als eine Glaubensfrage - ähnlich wie zwischen Mac und PC - wobei nicht ganz klar ist, wer wen repräsentiert - wie gesagt: alles Glaubenssache.
Die neue Nikon D700 besitzt einen CMOS-Sensor mit einer Auflösung von 12,1 Megapixel und bietet im Gegensatz zur D3 sogar ein Staubreinigungssystem. Die D700 ist bis ISO 6400 lichtempfindlich und nimmt bis zu fünf Bilder pro Sekunde auf. Mit einem Autofokussystem und 51 Messfeldern sowie Live View und eingebautem Blitz ausgerüstet. Der drei Zoll große Bildschirm hat eine besonders hohe Auflösung von 920 000 Bildpunkten. Das Magnesiumgehäuse ist vor dem Eindringen von Feuchtigkeit oder Staub geschützt. Die D700 misst 123 x 147 x 77 Millimeter und wiegt 995 Gramm. Gut gelungen ist die Rückwärtskompatibilität zu den DX-Objektiven - sie können trotz größerer Sensorfläche trotzdem verwendet werden - die Auflösung sinkt dann allerdings auf etwa 5 Megapixel. Aber eine interessante Lösung die den Aufstieg in eine neue Body-Klasse vielen erleichtern sollte.
Nikon hat einen guten Schachzug getan und ihr neues Stück vor der Photokina präsentiert. In den Foren rumort es. Denn Canon hat ja schon vor 2 Jahren mit der EOS 5D dieses Segment eröffnet und den Spalt erfolgreich geschlossen. Natürlich ist die Canon bereits ein wenig in die Jahre (Monate) gekommen und es fehlt an den neuen Entwicklungen, die bereits in die digitale Spiegelreflexwelt Einzug gehalten haben. So machen sich ein paar Canon Anhänger bereits in den Forum öffentliche Gedanken über einen Systemwechsel.
Möglicherweise sind solche Reaktionen aber sehr überzogen. Denn nimmt man den Entwicklungsvorsprung von Canon her, ist höchstwahrscheinlich bald mit einer Nachfolgekamera in diesem Segment zu rechnen, die dann wieder um einen kleinen Vorsprung besser ist und die Traditionsmarke Nikon. Vielleicht hat Nikon daher auch den vorgezogenen Launch gewählt, um bei der Photokina nicht im direkten Vergleich zu Canon featuremäßig unter die PR-Räder zu kommen.
Im Web munkelt man ja bereits von einer Canon EOS 5D Mark II - 15,3 Megapixel Vollformatsensor mit deutlich verbesserter Empfindlichkeit und geringeren Bildrauschen, ISO-Empfindlichkeit bei 12.800 (25.600 im Boost-Modus, was sie an die Nikon D3 anschließen ließe), Live-View, 3″ Display mit hoher Auflösung und versiegeltem Gehäuse werden da als Features genannt. Demnach würde sich die Canon wieder ein wenig vor der Nikon D700 positionieren. Wie es freilich mit der Bildqualität aussieht bleibt abzuwarten - denn wie wir ja alle wissen ist Auflösung bei weitem nicht alles.
Egal welchem Lager man sich zugehörig fühlt - es ist schön, wenn 2 Unternehmen sich in etwa gleichwertig konkurrenzieren - der Konsument darf sich so immer freuen und spannende Entwicklungen verfolgen.
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