
Er war der bedeutendste Designer der 90er Jahre, jetzt will er Hollywoods größter Filmemacher werden - Tom Ford ist kein Mann fürs Mittelmaß. Nach zehn Jahren Gucci zieht er Bilanz
Es gibt Momente im Showbiz, die sind für die Ewigkeit bestimmt. September 1995, MTV Music Awards in Los Angeles: Madonna tritt vor die Kameras und nimmt ihren Preis für das beste Video entgegen. Sie trägt eine hautenge, bis zum Bauchnabel aufgeknöpfte Satinbluse, sexy Hüfthosen aus Samt und schwarze Lackpumps mit einer auffälligen Schnalle. Nach ihrem Outfit gefragt, antwortet sie lediglich: 'Gucci, Gucci, Gucci!'
Im vergangenen Herbst überraschte Tom Ford mit der Mitteilung, dass er und sein Partner Domenico de Sole den französischen Luxuskonzern Pinault-Printemps-Redoute (PPR) verlassen würden. Ford war dort seit Ende der Neunziger Designchef über Gucci und Yves Saint Laurent. Doch Konzernboss François Pinault, klagte der Amerikaner, hätte in einer Weise Einfluss auf seine Arbeit nehmen wollen, die nicht akzeptabel gewesen sei. Mit zwei überwältigenden Shows im Frühjahr dieses Jahres gab er seinen Abschied bei Gucci und Yves Saint Laurent.
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